Stadtpark Hamburg: ein Rundgang lohnt sich

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Nördlich der Außenalster liegt im Stadtteil Winterhude Hamburgs über 100 Jahre alter Stadtpark mit seinen Wiesen und seinem Wald, seinem See und seinen Gärten. Von den U-Bahn-Stationen Borgweg und Saarlandstraße sowie von der S-Bahn-Station Alte Wöhr ist er gut zu erreichen. Von vielen Stellen des Alsterufers aus sieht man die Kuppel des Planetariums, die den Weg zum Stadtpark weist. Selbst mit einem Kanu kann man von der Alster mitten in den Park hinein paddeln. Mit oder ohne Besuch des Planetariums lohnt sich der Weg. Im Stadtpark treffen sich Junge wie Alte, Familien wie Singles, faule Sonnengenießer wie ehrgeizige Freizeitsportler. Mit 148 Hektar Fläche ist genug Platz für alle da. Ein Rundgang mit den Hamburg Greetern lohnt sich…

 

Stadtpark Hamburg: Liebesinsel und Planetarium

Wir hatten einen traumhaften Nachmittag mit unserer Greeterin Heidi. Sie hat uns den Stadtpark mit Planetarium und der Liebesinsel gezeigt und interessante Dinge darüber erzählt. Leider ging die...

Grüne Lunge und Erholungsgebiet

Von NordNordWest - Eigenes Werk mittels:Digitale Stadtkarte Hamburg by Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, 2014, dl-de/by-2-0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41586820

Geschichte des Stadtparks

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die ehemaligen Dörfer Winterhude und Barmbek sich erst zu Vororten, dann zu Stadtteilen der schnell wachsenden Großstadt Hamburg entwickelt. Überall wurden aus Wiesen und Äckern Wohnquartiere; die Ringbahn verband die Viertel mit der Innenstadt. So beschlossen Senat und Bürgerschaft, für die Anlegung einer großen, öffentlichen Grünfläche das damalige Sierichsche Gehölz und angrenzende Flächen anzukaufen. Vor dem Ersten Weltkrieg legten – nach einem ergebnislosen öffentlichen Gestaltungswettbewerb – Oberbaudirektor Fritz Schumacher und Oberingenieur Ferdinand Sperber den Entwurf vor, nach dem der Stadtpark 1910 angelegt wurde. Am 29.06.1914 schließlich wurden die ersten Teile für das Publikum freigegeben.

Mit dem Weltkrieg verzögerten sich die Bauarbeiten; auch Hamburgs erster Gartenbaudirektor Otto Linne musste zunächst an die Front und auf vielen Beeten wurden statt Blumen und Ziersträuchern nun Kartoffeln und Gemüse angebaut. In den zwanziger Jahren wurden dann das Planschbecken und die Freilichtbühne sowie die Gebäude, besonders die große Stadthalle am See fertiggestellt. Die Stadthalle wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut; an sie erinnert die Stadthallenbrücke und die dortigen Schiffsanleger sowie die Backsteinmauern des Schwimmbades. Von den Stadtparkbauten dieser Zeit sind die Trinkhalle beim Eingang Borgweg und das Landhaus Walter an der Otto-Wels-Straße erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen im Stadtpark bis in die Fünfziger Jahre hinein Nissenhütten als Notquartiere für die ausgebombte Bevölkerung.

Zum 100. Jubiläum der Eröffnung wurde der Park 2014 behutsam renoviert und restauriert, ohne seine über hundertjährige Struktur zu verändern.

Rundgang Stadtparksee und Große Festwiese - Foto: Rainer Schneehorst

Stadtparksee und Große Festwiese

Im Zentrum des Parks gibt es vor allem eines: Viel Platz. Die Festwiese bietet 15 Hektar Platz zum Picknicken und Grillen, für Fußball, Federball und Frisbee, zum Spielen und zum Drachensteigenlassen. Mitten hindurch verläuft die Haupt-Sichtachse des Stadtparks, so dass man fast überall sowohl den mächtigen Turm des Planetariums als auch den Stadtparksee im Blick hat. Kommt man vom Planetarium, so flankieren zwei steinerne Großplastiken den Eintritt auf die Wiese, die sich nun sanft neigt und zum See hin abfällt. Für David Bowie, Pink Floyd und zuletzt die Rolling Stones wurde die Festwiese sogar zur Konzert-Location mit -zigtausenden Zuschauern.

Das Oval des Stadtparksees steht über den Goldbekkanal mit der Außenalster in Verbindung. So kann er wunderbar mit dem eigenen oder gemieteten Kanu oder SUP erreicht werden. Auch die romantische „Liebesinsel“ an seinem südlichen Ende beherbergt eine Bootsvermietung mit Tretbooten, Ruderkähnen und Kanus. Eine von zwei bronzenen Zentauren bewachte Spundwand trennt den See vom Naturbad Stadtparksee, welches im Sommer Badespaß und Liegewiesen bietet. Hier befindet sich auch ein großer Biergarten, von dem aus man die Sonne hinter dem Planetarium untergehen sieht. Wer den Stadtpark von der U-Bahn-Station Saarlandstraße her besucht, betritt ihn über die Stadthallenbrücke und muss sich beim Modellbootbecken entscheiden, ob der Weg nördlich oder südlich um Bad und See herumführen soll.

Arthur Bock: Diana mit Hunden - Foto: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29206108

Garten- und andere Kunstwerke

Der Stadtpark sollte von Anfang an verschiedenen Bedürfnissen dienen: der Erholung in frischer Luft, der Ruhe und Entspannung vom Großstadtalltag, der sportlichen Betätigung und der naturkundlichen wie der ästhetischen Bildung. So abwechslungsreich wie seine Zwecke sind seine Bereiche gestaltet. Im Westen, um das Planetarium herum, ist das ehemalige Sierichsche Gehölz als artenreicher, von zahlreichen Wegen durchzogener Mischwald erhalten. Im Osten, an der Achse des Stadtparksees, die sich bis zur Freilichtbühne zieht, liegen gestaltete Gärten und Gehölze. Hier befindet sich der Rosengarten, der Heckengarten sowie die Architektonischen Gärten; am Südrand des Parks folgen einander der Kurgarten, der Steingarten und der Rondellgarten.

Auch die Bildende Kunst hat von Beginn an ihren Platz im Stadtpark. Alfred Lichtwark, früherer Direktor der Hamburger Kunsthalle, setzte sich für die Ausstellung vieler Skulpturen ein. So steht im Kurgarten gegenüber der Trinkhalle die bronzene „Diana mit Hunden“ von 1911, im Heckengarten eine „Diana auf der Hirschkuh“ von 1910, und in deren Nähe unter einem herrlichen Rondell von Blutbuchen der Pinguinbrunnen 1925. Die beiden liegenden Zentauren Triton und Nereide von 1912 bewachen heute das Naturbad und den See. Aus Muschelkalk bestehen die beiden „Badenden Frauen“ am Eingang der Großen Festwiese, die „Kinder mir Fohlen“ auf der Liebesinsel, die „Tanzenden Mädchen“ beim Rosengarten sowie die Eisbären beim Modellbauteich und beim Südeingang. Der bronzene Heinrich Heine von Hugo Lederer, 1926 im Stadtpark aufgestellt, wurde 1933 von den Nationalsozialisten abgerissen und eingeschmolzen; an ihn erinnert heute eine Nachbildung vor dem Rathaus.

Stadtpark-Hamburg-Spielplatz

Planschbecken und andere Spielplätze

Auch Familien mit Kindern lieben den Stadtpark. Am meisten wohl den großen Spielplatz beim 3000 Quadratmeter großen Planschbecken, das in eine riesenhafte Sandkiste eingebettet ist. Hier liegt auch das untergegangene Frachtschiff mit seinen erkletterbaren Ladegeschirren. Etwas östlich davon gibt es Seilbahnen und für mutige Kinder die wohl höchsten Tellerschaukeln der Stadt. Ein Pommes-und-Eis-Kiosk und ein Café mit Terrasse gestatten, den Spielplatzbesuch mit einem Imbiss zu verbinden. Ein weiterer beliebter Spielplatz mit Seilbahn befindet sich nahe dem südwestlichen Parkeingang im Grasweg, ein Minigolfplatz am Südrand der großen Wiese.
An den Rändern des Stadtparks finden sich verschiedene Sportanlagen: im Osten, nahe der Saarlandstraße und der S-Bahn-Station Alte Wöhr, die Rugby-Arena und die Tennisplätze, nahe der City Nord das Homefield der Hamburg Pioneers (American Football), und im Westen, unter dem Turm des Planetariums, die alte Leichtathletik-Arena mit dem martialischen Namen Jahnkampfbahn. Von 1934 bis 1952 gab es im Stadtpark sogar regelmäßig Motorrad- und Autorennen.

Freilichtbühne Stadtpark - Foto: Lukas Lau

Freilichtbühne und Veranstaltungen

Eine feste Institution der Hamburger Musikszene ist die Freilichtbühne in der Nordostecke des Parks. Bis zu 4000 Gäste können hier in der Sommersaison Konzerte aus Rock, Pop und Jazz erleben, regelmäßig treten sowohl bekannte Hamburger wie Lotto King Karl und Stefan Gwildis hier auf. Helge Schneider ist jeden August hier auf der Bühne zu sehen, und auch internationale Highlights wie Bob Dylan oder Santana sind hier aufgetreten. Für 2021 stehen – wegen Corona verschobene – Konzerte mit Sting und Deep Purple auf dem Programm.

Wenn hinter den hohen Hecken der ausgebuchten Freilichtbühne gerockt wird, sammeln sich oft ebenso viele Gäste draußen und packen ihre Decken, ihre Grills und ihre Getränke aus. Denn die Musik reicht weit über das Areal der Bühne hinaus; die Bässe sind auch im Biergarten beim Schwimmbad noch gut zu vernehmen. Aus diesem Grund müssen die Freilichtkonzerte zum Schutz der Anwohner eher früh beginnen und enden.

Eine weitere Musikbühne im Stadtpark ist seit 1996 der Downtown Blues Club im Landhaus Walter, Nähe U-Bahn Borgweg.

An die historischen Stadtpark-Motorrad- und Autorennen erinnert im Spätsommer eine Revival-Motorsportveranstaltung mit Oldtimern, die dann auf einem abgesperrten Bereich der Saarlandstraße Demonstrationsrennen fahren.

Landhaus Walter - Foto:  Wolfgang Meinhart, Hamburg - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9776543

Gastronomie

Die typische Speisen- und Getränkeversorgung im Stadtpark ist im Sommer eigentlich das eigene (Grill-) Picknick auf einer der vielen Wiesen. Der Supermarkt an der Saarlandstraße und die Kioske am Borgweg halten eine große Auswahl an Grillgut, Sandwiches und kalten Getränken bereit, so dass Besucher sich unmittelbar vor Betreten des Parks noch versorgen können.

Doch es gibt auch an vielen Stellen gastronomische Angebote. Dort, wo einst die Stadthalle und das Hauptrestaurant waren, liegen heute die „Sommerterrassen“ und die „Bucht“ auf den ehemaligen Anlegern, und zwischen Modellbootteich und Naturbad lockt der Biergarten des „Sierichs“ mit seinem weiten Ausblick. Ein Familienrestaurant mit Biergarten ist das große Landhaus Walter, und etwas nördlich davon, ebenfalls an der Otto-Wels-Straße, die „Parkvilla“ mit ihrem großen Garten. In der ehemaligen Trink-Kurhalle beim Eingang Borgweg gibt es ein gemütliches Café „Trinkhalle“, zwei weitere sympathische Cafés sind in ehemaligen Toilettenhäuschen eingerichtet: das „Café Claudette“ nahe der Jahnkampfbahn und das „Lese-Café“ zwischen Rosengarten und Freilichtbühne. Im Erdgeschoss des Planetariums hat das Café Schmidtchen eröffnet, und am Planschbecken schließlich das Café mit der Terrasse und dem Imbiss.

Verschwunden hingegen sind die Vorkriegsbauten des Cafés am Stadtparksee gegenüber der Liebesinsel und die legendäre „Milchwirtschaft“ im Norden, wo es bis zum Krieg für die Großstadtkinder echte Milchkühe zu sehen und deren frische Milch zu trinken gab.

Alles über "Greets"

  • Dauer: zwei bis drei Stunden und absolut kostenlos
  • Max. 6 Leute, keine Kombination verschiedener Gruppen
  • Treffpunkt und genaue Route: nach Vereinbarung von Gast und Greeter*in
  • Anfragen: bitte spätestens zwei Wochen vor dem Wunschtermin
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