Niendorf – einen Rundgang wert

Hamburg-NiendorfNiendorf selbst ist ein ruhiger „Schlafstadtteil“. Abends ist hier nichts los und die wenigen Gaststätten schließen zumeist spätestens um 22 Uhr. Ganz ruhig ist es nicht, weil der Flughafen etwas Lärm herüberweht. Trotzdem hat der Stadtteil eine hohe Lebensqualität. Wenig Kriminalität, gute Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur, keine Industrie und sehr viel Grün. Architektonisch hat der Stadtteil mit wenigen Ausnahmen nicht viel zu bieten.
Und dennoch: ein Stadtrundgang durch Niendorf lohnt sich allemal.

 

Von der Hafencity bis Övelgönne

Am 25.08. durfte sich unsere kleine Familie der Greeterin Margrit anschließen und mit ihr neue Hamburg Ecken entdecken. Von der Hafencity ging es mit dem Bus nach Altona, wo wir bei einem kleinen...

Ruhe und Lebensqualität

Tibarg - Foto: Jürgen Schlenker

Viel los: der Tibarg

Der Tibarg ist die Fußgängerzone mit Einkaufszentrum. Es handelt sich um den alten Dorfkern, an dem bis zu den Bombenangriffen 1943 noch etliche Bauernhäuser standen. Die Fußgängerzone ist durch die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 bis Niendorf-Markt (1985) entstanden. Der Bahnhof befindet sich direkt unterm Tibarg. 1991 wurde die Linie bis Niendorf-Nord verlängert. Am 30.9.1978 endete die letzte Straßenbahn am Niendorf Markt.
Auf dem Tibarg ist tagsüber viel los. Wenn ihr den Bahnhof Richtung Norden verlasst, kommt ihr zum Tibarg-Center. Es lohnt sich, einen kurzen Blick in das relativ kleine Einkaufscenter zu werfen. Das Spielwarengeschäft, der Teeladen und der Eisstand sind besonders empfehlenswert.
In der Fußgängerzone begegnet euch vielleicht jemand vom NDR oder Alfons mit dem Püschelmikrofon. Da das Lokstedter Produktions- und Sendezentrums (PSZ) des NDR in der Nähe liegt, schwärmen die Redakteure und Reporter für Befragungen gern auf den Tibarg aus.
Niendorfer  Kirche

Niendorfer Kirche

Das architektonische Kleinod Niendorfs ist die 1770 geweihte Marktkirche. Sie gilt nach dem Michel als bedeutendstes Barockbauwerk Hamburgs. Der Architekt Heinrich Schmidt gestaltete den achteckigen Zentralbau nach dem Vorbild der Rellinger Kirche.
Niendorfer Gehege - Foto: Jürgen Schlenker

Niendorfer Gehege

Gleich hinter der Kirche fängt das Niendorfer Gehege an. Es ist ein 150 ha großer Wald, der erst seit 1952 öffentlich zugänglich ist. In diesem Gebiet hatten sich seit 1900 viele Hamburger Kaufleute Gartenvillen gebaut, die heute z.T. unter Denkmalschutz stehend, noch zu sehen sind.

Neben der Mutzenbecher-Villa, die gerade vor dem Verfall gerettet wird, ist die ehemalige Villa von Johann Theodor Merck, Direktor der HAPAG unter dem Generaldirektor Albert Ballin, erwähnenswert.

Revierförsterei - Foto: Jürgen Schlenker

Revierförsterei im Gehege

Das Niendorfer Gehege ist mehr als „nur“ ein Wald. Bei der Revierförsterei kann man vor Ostern (2020 wegen Corona leider nicht) und Weihnachten Wildfleisch kaufen. Neben der Försterei befindet sich das Wildgehege, das bei Kindern sehr beliebt ist. Sehr beliebt ist auch der Waldspielplatz.

Im Gehege sollte man etwas kreuz und quer gehen, um den Wald aber auch Tümpel, kleine Lichtungen, die Villen, Moorgebiete und die vielen Wanderwege zu genießen.

Waldcafe Corell - Niendorfer Gehege

Waldcafé und Ponywiese

Das Waldcafé Corell ist seit 39 Jahren eine Institution in Niendorf. Wildgerichte sind zu empfehlen, aber es gibt auch leichtere Kost und natürlich auch Kaffee und Kuchen. Das Haus ist ein sechseckiger Holzbau: drinnen rustikal und draußen ein schönes Gartenlokal. Vorbestellung tagelang vorher ist angeraten.
Der Blick vom Waldcafe geht zu einem Ponyhof. Wohl jedes Niendorfer Kind hat hier seine ersten 20 Minuten auf dem Rücken eines Ponys gesessen. Der Blick geht weiter auf eine weite Wiesen- und Knicklandschaft.
Feldmark Kollau

Feldmark an der Kollau

Vorbei an der großen Ponywiese erreichen wir die Kollau, einen 6 Kilometer langen Bach, der in Schnelsen entspringt. Er bildet zuerst die Grenze zwischen Schnelsen und Niendorf und dann zwischen Eidelstedt und Niendorf. Auf der anderen Seite befindet sich die Eidelstedter Feldmark.
Hier ist man mitten auf dem Lande. Mittendrin liegt der Bauernhof Ramcke. Seitdem die neuen Lärmschutzwände an der A 7 fertig gestellt worden sind, ist es hier völlig ruhig geworden. Bauer Ramcke bietet auch ca. 200 Hobbygärtnern Saisongärten an. Die Feldmark ist frei zugänglich mit schönen Wegen und Ecken.

Alles über "Greets"

  • Dauer: zwei bis drei Stunden und absolut kostenlos
  • Max. 6 Leute, keine Kombination verschiedener Gruppen
  • Treffpunkt und genaue Route: nach Vereinbarung von Gast und Greeter*in
  • Anfragen: bitte spätestens zwei Wochen vor dem Wunschtermin
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