Im noblen Pöseldorf, im Garten des ehemaligen Budge-Palais am Harvestehuder Weg, verbirgt sich ein unscheinbares, aber historisch bedeutsames Bauwerk: der sogenannte Kaufmann-Bunker. Die Villa gehörte ursprünglich der jüdischen Kaufmannsfamilie Budge und wurde nach dem Tod Emma Budges 1937 weit unter Wert an die Stadt Hamburg verkauft. Ab 1938 diente sie als Reichsstatthalterei – Amts- und Wohnsitz des NSDAP-Gauleiters Karl Kaufmann.
1939/40 ließ Kaufmann zu seinem persönlichen Schutz einen zweiröhrigen Befehlsbunker auf dem Gelände errichten, mit meterdicken Wänden und mehreren Funktionsräumen. Hier liefen während der Bombenangriffe auf Hamburg die Fäden der NS-Herrschaft zusammen.
Das Palais beherbergt heute die Hochschule für Musik und Theater, der Bunker steht seit 2010 unter Denkmalschutz und kann im Rahmen geführter Rundgänge besichtigt werden – ein seltenes, fast original erhaltenes Zeugnis der NS-Führungsstruktur Hamburgs.
https://www.unter-hamburg.de/rundgaenge/kaufmann-bunker/
